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Microsoft Teams Shared Channels: 5 zentrale Herausforderungen

Shared Channels (Microsoft Teams Connect) eröffnen neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit über Tenant-Grenzen hinweg. Damit das nicht in unkontrollierter Ausbreitung endet, sollten Governance-Maßnahmen schon vor der Aktivierung stehen.

30 Mai 2022 9 Min. Lesezeit

Wer darf Shared Channels anlegen - und wie behält die IT die Kontrolle?

Standardmäßig darf jeder Team-Besitzer Shared Channels erstellen und externe Organisationen einladen - das ist der Ausgangspunkt für unkontrolliertes Wachstum. Die IT sollte vor der Aktivierung festlegen: wer Shared Channels anlegen darf, mit welchen externen Domains geteilt werden darf, wie externe Nutzer darin verwaltet werden und wie das Lifecycle-Management greift. Ohne diese Governance-Leitplanken entstehen unübersichtliche, schwer nachvollziehbare geteilte Kanäle mit externem Zugriff.

Microsoft Teams Shared Channels — auch als Microsoft Teams Connect bezeichnet — bieten neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb der Organisation. Vor der Aktivierung sollten Governance-Maßnahmen umgesetzt sein, um unkontrolliertes Wachstum zu verhindern.

Was ist ein Shared Channel?

Shared Channels sind ein neuer Kanaltyp neben Standard- und privaten Kanälen. Sie vereinfachen Kommunikation und Zusammenarbeit intern wie extern, weil externe Nutzer den Tenant nicht mehr wechseln müssen. Wird ein Shared Channel angelegt, erscheint er direkt im Teams-Client der externen Nutzer — Mitarbeit unter Wahrung der eigenen Sicherheitsrichtlinien wird so möglich.

Voraussetzung: Azure B2B Direct Connect muss in beiden Tenants — Host und Collaborator — aktiviert sein.

Wer darf Shared Channels anlegen?

Team- und Kanalbesitzer können Shared Channels anlegen und mit Personen innerhalb oder außerhalb der eigenen Organisation teilen. Azure AD B2B Direct Connect muss dazu in beiden Tenants aktiviert sein.

Begriffsklärung: Host und Collaborator

  • Host Tenant: der Microsoft-365-Tenant, in dem ein Teams-Raum bzw. Kanal angelegt wird
  • Collaborator Tenant: der Microsoft-365-Tenant, dessen Nutzer auf den Host-Tenant zugreifen

Kanaltypen in Microsoft Teams

Standard-Kanäle: für alle Teammitglieder zugänglich; geeignet für allgemeine Kommunikation ohne sensible Inhalte; können interne und externe Nutzer enthalten.

Private Kanäle: beschränken den Zugriff auf vertrauliche Kommunikation; Sichtbarkeit nur für ausgewählte Mitglieder; unterstützen die Zusammenarbeit mit Externen.

Shared Channels: ermöglichen die Zusammenarbeit in einem abgegrenzten Kanalbereich, ohne dass externe Nutzer Teammitglieder werden müssen — ideal für punktuelle Workspace-Freigaben.

Wann sind Shared Channels geeignet?

Shared Channels können nicht eingesetzt werden, wenn die Gastorganisation Azure AD B2B Direct Connect nicht aktiviert hat. Sobald beide Organisationen diese Funktion aktivieren, sind Shared Channels die empfohlene Variante für nahtlose Tenant-Integration — ohne Account-Wechsel.

Zentrale Eigenschaften von Shared Channels

Zusammenarbeit mit Personen (intern oder extern)

Shared Channels: Zusammenarbeit mit internen oder externen Personen
Shared Channels erlauben Mitarbeit interner und externer Personen ohne Beitritt zum Team.

Shared Channels nehmen interne wie externe Nutzer auf. Eingeladene Personen arbeiten mit, ohne Teammitglied zu werden — themenspezifische Kooperation ohne separate Teams.

Zusammenarbeit zwischen Teams

Shared Channels: Zusammenarbeit zwischen Microsoft Teams Workspaces
Shared Channels verbinden auch ganze Teams-Workspaces — die Mitgliedschaft bleibt dynamisch.

Ganze Teams können als Mitglieder eines Shared Channels eingeladen werden. Owner müssen die Einladung freigeben. Danach werden alle Mitglieder des eingeladenen Teams automatisch ergänzt — eine dynamische Mitgliedschaftslogik, die je nach Kontext Vor- oder Nachteil sein kann.

Speicherstruktur von Shared Channels

Wie private Kanäle erzeugen Shared Channels eigene Site Collections. Dadurch sind die Dokumente nicht für alle Teammitglieder zugänglich. Diese Isolation bringt allerdings Einschränkungen mit sich, etwa bei der App-Verfügbarkeit.

Einschränkungen von Shared Channels

MaximumWertAnmerkung
Teammitglieder25.000Inklusive aller Nutzer und direkter Shared-Channel-Mitglieder
Shared Channels pro Team50Eigene und geteilte, inkl. gelöschter Kanäle in 30-Tage-Wiederherstellung
Teams pro Kanal-Sharing50Ohne Parent-Team
Shared-Channel-Mitglieder5.000 direkt; bis zu 50 TeamsEchtzeit-Updates begrenzt auf 25.000 Nutzer

Nicht unterstützte Apps: Stream, Planner, Forms.

Nicht unterstützte Features: Custom Apps, Bots, Connectoren, Messaging Extensions.

5 Herausforderungen beim Einsatz von Shared Channels

1. User Adoption

Die Einführung von Shared Channels erfordert die Aktivierung von Azure AD B2B Direct Connect in beiden Tenants. Die passenden Use Cases den Mitarbeitenden verständlich zu machen, ist anspruchsvoll.

2. Erstellung von Shared Channels einschränken

Die Erstellung zu begrenzen erfordert zusätzliche Microsoft-Lizenzen und Aufmerksamkeit der IT-Administratoren. Ohne Einschränkungen drohen unkontrollierte Ausbreitung und ein erheblicher Wartungsaufwand.

3. Externe Nutzer in Shared Channels verwalten

Die Verwaltung externer Nutzer wird komplexer, da sie unterhalb der Shared Channels verborgen sind und nicht auf Team-Ebene erscheinen. Drittanbieter-Lösungen werden hier oft notwendig.

4. Verwaltung von Shared-Channel-Teams

Als Mitglieder hinzugefügte Teams benötigen eine gesteuerte Verwaltung, damit kein unautorisierter Datenzugriff entsteht.

5. Lifecycle-Management von Shared Channels

Native Microsoft-Tools für Archivierung und Löschung von Shared Channels fehlen. Drittanbieter-Lösungen sind für ein effektives Lifecycle-Management klar im Vorteil.

Shared Channel Governance

Organisationen sollten zentrale Governance-Fragen klären:

  • Wer darf Shared Channels anlegen?
  • Welche externen Nutzer dürfen Shared Channels betreten?
  • Wie lange dürfen externe Nutzer maximal Zugriff haben?
  • Wann sollen Kanäle und Site Collections archiviert werden?
  • Wann sollen Kanäle gelöscht werden?

Vor der Aktivierung von Shared Channels sollten Organisationen das bestehende Microsoft-Teams-Governance-Framework erweitern, Lücken identifizieren und schließen — sonst entstehen später operative Belastungen.

Drittanbieter-Lösungen für die Verwaltung von Shared Channels

In der Public-Preview-Phase bieten nur wenige Anbieter Governance-Lösungen mit Shared-Channel-Unterstützung. Valprovia Governance ist eine der wenigen Drittanbieter-Lösungen, die durchgängiges Microsoft Teams Channel Management über Standard-, private und Shared Channels hinweg ermöglicht.

Fazit

Shared Channels heben Zusammenarbeit innerhalb und über Organisationsgrenzen hinweg auf ein neues Niveau. Wirksame Governance entfaltet dieses Potenzial — und verhindert unkontrolliertes Wachstum. Eine automatisierte Verwaltung, intern oder über Drittanbieter, vermeidet hohen Wartungsaufwand und entlastet die IT spürbar.

Häufig gestellte Fragen zu Shared Channels in Microsoft Teams

  • Was ist ein Shared Channel in Microsoft Teams?

    Ein Shared Channel ermöglicht die Zusammenarbeit mit Personen außerhalb des Host-Teams - auch aus externen Organisationen - ohne sie als Mitglied des gesamten Teams aufzunehmen. Anders als ein Standard- oder privater Kanal müssen Teilnehmende eines Shared Channels nicht Teil des übergeordneten Teams sein. So bleibt die Team-Mitgliedschaft schlank, während gezielte organisationsübergreifende Zusammenarbeit möglich wird.

  • Worin unterscheidet sich ein Shared Channel von einem privaten Kanal?

    Ein privater Kanal beschränkt ein Gespräch auf eine Teilmenge der bestehenden Team-Mitglieder. Ein Shared Channel geht weiter: Er kann Personen einbeziehen, die gar nicht Mitglied des Teams sind - und über Azure-AD-B2B-Direct-Connect sogar externe Nutzer aus anderen Tenants. Private Kanäle grenzen innerhalb des Teams ein; Shared Channels reichen darüber hinaus.

  • Können externe Nutzer ohne Tenant-Wechsel in einem Shared Channel mitarbeiten?

    Ja. Genau das ist der zentrale Vorteil gegenüber Gastzugriff. Mit B2B-Direct-Connect sieht ein externer Nutzer den Shared Channel direkt im eigenen Teams-Client und kann mitarbeiten sowie an Dokumenten arbeiten, ohne den Microsoft-Teams-Tenant zu wechseln - und bleibt dabei innerhalb Ihrer Sicherheitsrichtlinien.

  • Wer darf Shared Channels anlegen?

    Ob Shared Channels erstellt werden dürfen, steuern von Administratoren gesetzte Richtlinien auf Tenant- und Team-Ebene; tenantübergreifendes Teilen hängt zusätzlich von den B2B-Direct-Connect-Einstellungen beider Seiten ab. Da unkontrollierte Aktivierung zu Wildwuchs führt, empfiehlt es sich, die Erstellung zu steuern und zu automatisieren, statt sie völlig offen zu lassen.

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