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Top 12 Herausforderungen mit Dynamics 365 Document Management

Das Standard Document Management Feature von Dynamics 365 schließt nicht alle Lücken — von Berechtigungsverwaltung über Versionierung bis zu Informationssicherheit bleiben zwölf Herausforderungen offen. Dieser Artikel vergleicht Dynamics 365 Attachments und SharePoint Online und zeigt, was im Standard fehlt.

5. Okt 2022 9 Min. Lesezeit

Sie überlegen, das Document Management Feature von Dynamics 365 zu aktivieren, und fragen sich, ob damit alle Anforderungen an ein modernes Dokumentenmanagement abgedeckt sind. Die kurze Antwort: SharePoint Online erfüllt fast alle Kriterien besser als Dynamics 365 Attachments — aber das Standard Document Management Feature liefert diese Vorteile nicht automatisch. In diesem Artikel zeigen wir, welche zwölf Herausforderungen offen bleiben und wie Sie damit umgehen können.

Gründe für die Aktivierung des Document Management Features

Der Hauptgrund für die Aktivierung des Document Management Features liegt darin, die Einschränkungen von Dynamics 365 Attachments zu überwinden. Attachments sind zwar einfach zu nutzen, eignen sich aber nicht für ein professionelles Dokumentenmanagement. Wir haben die wichtigsten Schwächen ausführlich in unserem Artikel 4 Gründe für die Ablage von Dynamics 365 Attachments in SharePoint beschrieben.

Dynamics 365 Attachments vs. SharePoint Online: Dateiablage

Dynamics 365 ist ein CRM und wurde für die relationale Datenhaltung von Geschäftsdatensätzen konzipiert — nicht für Dokumentenmanagement. Dokumentenmanagementsysteme erfordern eine andere Systemauslegung als CRM-Systeme. SharePoint Online wurde dagegen explizit als Plattform für Dokumentenablage und Zusammenarbeit gebaut und liefert in nahezu allen Dimensionen bessere Ergebnisse als Dynamics 365 Attachments.

Die folgende Tabelle stellt die wichtigsten Anforderungen an ein Dokumentenmanagement gegenüber:

AnforderungDynamics 365 AttachmentsSharePoint Online
BerechtigungsverwaltungNicht möglich (datensatzbasiert)Feingranular
AblageFlachMehrere Möglichkeiten wie Ordnerstrukturen, Metadaten
NavigationDatensatzbasiert: Auf die Attachments kann nur zugegriffen werden, wenn man den entsprechenden Datensatz findet. Schlechte User-Experience.Beliebige Individualisierungsmöglichkeiten
SucheRelevant Search / LimitiertFull-text Search
VersionierungMinor & Major Versions
FreigabeprozesseSharePoint Approval Workflows / Power Automate
DokumentenvorlagenJa
NamenskonventionenAbbildbar durch Power Automate
Archivierung & LöschungUnterschiedliche Möglichkeiten: Aufbewahrungsrichtlinien von M365 oder Archivierung durch Power Automate
Zentraler ZugriffTheoretisch ja. In der Regel haben nicht alle Mitarbeiter aufgrund der Kosten D365 Lizenzen.Ja
SkalierungFilegröße / Datenbanknutzung & AttachmentsSharePoint ist dafür ausgelegt, sehr große Dokumentenmengen zu speichern.
InformationssicherheitM365 bzw. SharePoint bietet Möglichkeiten für die Informationssicherheit an.

Das Problem beim Standard Document Management Feature von Dynamics 365

SharePoint Online erfüllt alle genannten Kriterien besser als Dynamics 365 Attachments. Bedeutet das, dass die Kriterien auch vom Standard Document Management Feature erfüllt werden? Die Antwort lautet: Nein. Das Standard Feature verbindet Dynamics 365 zwar mit SharePoint, aber SharePoint muss für die genannten Anforderungen erst konfiguriert werden. Genau diese Konfiguration findet im Standard nicht statt.

Herausforderungen beim Standard Document Management Feature von Dynamics 365

Die folgenden zwölf Herausforderungen bleiben beim Einsatz des Standard Document Management Features offen — und müssen durch Custom Development oder eine 3rd-Party-Lösung adressiert werden.

1. Berechtigungsverwaltung

Die Übertragung der Berechtigungen vom Dynamics-Datensatz nach SharePoint wird im Standard nicht unterstützt. Wer dieselbe Berechtigungslogik in SharePoint abbilden möchte, muss eine eigene Entwicklung umsetzen oder eine 3rd-Party-Lösung einsetzen.

2. Standardisierte Ablagestrukturen

Vordefinierte Ordnerstrukturen werden im Standard nicht automatisch erstellt. Endnutzer müssen Strukturen pro Datensatz selbst anlegen — das führt schnell zu Inkonsistenz und reduziert die Auffindbarkeit der Dokumente.

3. Navigation

Die SharePoint-Navigation ist standardmäßig optimierungsbedürftig. Eine dynamische, am Datensatz orientierte Navigation gibt es im Standard nicht — sie erfordert individuelle Konfiguration und Anpassung der SharePoint-Seiten.

4. Suche

Die SharePoint-Suche ist zwar mächtig, erfordert aber Expertenkonfiguration für Filter, Sortierung und Search Verticals. Out-of-the-box liefert das Standard Document Management Feature keine auf Dynamics-Datensätze zugeschnittene Suchoberfläche.

5. Versionierung

Minor- und Major-Versionen müssen pro Dokumentenbibliothek manuell aktiviert und konfiguriert werden. Wer einheitliche Versionierungsregeln über alle Bibliotheken hinweg haben möchte, braucht ein zentrales Konfigurations- und Governance-Konzept.

6. Freigabeprozesse

Approval Workflows sind im Standard nicht vorkonfiguriert. Wer Freigabeprozesse für bestimmte Dokumenttypen automatisieren möchte, muss diese über SharePoint Approval Workflows oder Power Automate individuell aufsetzen.

7. Dokumentenvorlagen

SharePoint-Dokumentenvorlagen werden vom Standard Feature nicht automatisch in den Workspaces bereitgestellt. Vorlagen müssen pro Bibliothek manuell hinterlegt werden — eine zentrale Vorlagenverwaltung über alle Entitäten hinweg ist nicht vorgesehen.

8. Namenskonventionen

Automatische Benennungskonventionen für Dokumente werden nicht unterstützt. Wer einheitliche Dateinamen (z. B. mit Kundennummer und Datum) erzwingen möchte, muss dies über Power Automate oder eine 3rd-Party-Lösung abbilden.

9. Archivierung & Löschung

Aufbewahrungsrichtlinien und automatisierte Archivierungsprozesse erfordern eine M365-Integration und Custom Development. Im Standard gibt es keine vordefinierten Retention-Regeln, die sich an Dynamics-Datensätzen orientieren.

10. Zentraler Zugriff

Endnutzer müssen zuerst in Dynamics 365 den passenden Datensatz finden, bevor sie auf die zugehörigen Dokumente zugreifen können. Ein zentraler, datensatzunabhängiger Zugriff über SharePoint erfordert zusätzliche Anpassung — und Lizenzkosten für Nutzer, die ansonsten kein Dynamics brauchen.

11. Skalierung

Große Dokumentenmengen in einer einzelnen Bibliothek führen zu Performance-Problemen. Eine Verteilung auf mehrere Site Collections und ein durchdachtes Skalierungskonzept sind notwendig, sobald die Lösung über kleine Datenmengen hinauswächst.

12. Informationssicherheit

Information Protection Features (z. B. Sensitivity Labels, DLP-Regeln) sind im Standard nicht vorkonfiguriert. Pro Ablageort muss die Informationssicherheit separat konfiguriert werden — das wird bei vielen Workspaces schnell zu einem operativen Engpass.

Wie Sie mit den Herausforderungen des Dynamics 365 Standard Document Management Features umgehen können

Grundsätzlich gibt es zwei Wege, mit diesen Herausforderungen umzugehen: Sie entwickeln eigene Custom-Lösungen on top des Standard Features — oder Sie setzen auf eine 3rd-Party-Lösung, die diese Themen bereits adressiert. Custom Development gibt Ihnen maximale Flexibilität, bedeutet aber hohen Initialaufwand und langfristige Wartung. 3rd-Party-Lösungen verkürzen die Projekt-Timeline und reduzieren das Risiko, weil sie mit den realen Anforderungen vieler Kundenprojekte bereits gereift sind.

3rd-Party Lösungen, mit denen man die Herausforderungen umgehen kann

Der Valprovia Dynamics Integrator ist ein Beispiel für eine 3rd-Party-Lösung, die alle zwölf hier beschriebenen Herausforderungen adressiert. Berechtigungsübertragung, standardisierte Ablagestrukturen, Metadatenübertragung, Skalierungskonzept und Information Protection sind als Core-Bausteine integriert — ohne dass Sie eigenes Custom Development betreiben müssen.

Fazit

SharePoint Online ist Dynamics 365 Attachments in nahezu allen Dimensionen überlegen — aber das Standard Document Management Feature von Dynamics 365 liefert diese Vorteile nicht automatisch. Wer eine produktive, skalierbare und sichere Dokumentenablage aufbauen möchte, muss die zwölf beschriebenen Herausforderungen entweder durch eigenes Custom Development oder durch den Einsatz einer 3rd-Party-Lösung adressieren. Eine bewusste Entscheidung zwischen diesen beiden Wegen am Projektanfang spart später viel Zeit, Aufwand und Frust.

Häufig gestellte Fragen zu den Herausforderungen mit Dynamics 365 Document Management

  • Löst das Standard Document Management Feature von Dynamics 365 alle Anforderungen?

    Nein. SharePoint Online erfüllt zwar fast alle Kriterien besser als Dynamics 365 Attachments, aber das Standard Feature liefert diese Vorteile nicht automatisch. Es verbindet Dynamics 365 mit SharePoint, doch SharePoint muss für die genannten Anforderungen erst konfiguriert werden - und genau diese Konfiguration findet im Standard nicht statt. Zwölf Herausforderungen bleiben offen.

  • Welche Herausforderungen bleiben beim Dynamics 365 Standard Document Management offen?

    Offen bleiben zwölf Punkte: Berechtigungsverwaltung, standardisierte Ablagestrukturen, Navigation, Suche, Versionierung, Freigabeprozesse, Dokumentenvorlagen, Namenskonventionen, Archivierung und Löschung, zentraler Zugriff, Skalierung und Informationssicherheit. So wird zum Beispiel die Berechtigungsübertragung vom Dynamics-Datensatz nach SharePoint im Standard nicht unterstützt, und vordefinierte Ordnerstrukturen werden nicht automatisch erstellt.

  • Wie geht man mit den Herausforderungen des Standard Features um?

    Es gibt zwei Wege: eigene Custom-Lösungen on top des Standard Features entwickeln oder eine 3rd-Party-Lösung einsetzen, die diese Themen bereits adressiert. Custom Development bietet maximale Flexibilität, bedeutet aber hohen Initialaufwand und langfristige Wartung. 3rd-Party-Lösungen verkürzen die Projekt-Timeline und reduzieren das Risiko, weil sie an den realen Anforderungen vieler Kundenprojekte gereift sind.

  • Warum ist SharePoint Online besser für Dokumentenmanagement geeignet als Dynamics 365?

    Dynamics 365 ist ein CRM und wurde für die relationale Datenhaltung von Geschäftsdatensätzen konzipiert, nicht für Dokumentenmanagement. SharePoint Online wurde dagegen explizit als Plattform für Dokumentenablage und Zusammenarbeit gebaut und liefert bei Berechtigungsverwaltung, Ablage, Navigation, Suche, Versionierung, Freigabeprozessen, Vorlagen, Skalierung und Informationssicherheit bessere Ergebnisse.

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